Aktuelles von FEDECRAIL

16

04

21

UIC-Veranstaltungen zum "Europäischen Jahr der Schiene" 2021

Das Jahr der Schiene 2021 ist Ende März im Rahmen einer gemeinsamen virtuellen Konferenz von Europäischer Kommission und portugiesischer Ratspräsidentschaft offiziell eröffnet worden. Am folgenden Tag fand ein informelles Ministerratstreffen zum Thema Schienenverkehr statt. Damit nimmt die Initiative, die von der Europäischen Kommission zur Förderung des Schienenverkehrs ins Leben gerufen wurde, mitten in der Corona-Pandemie in einer schwierigen Zeit ihren Anfang. Sie ist Teil der Bemühungen der Europäischen Union, im Rahmen des European Green Deal bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

Die Europäische Kommission und ihre Partner wollen mit zahlreichen Veranstaltungen, Projekten und Aktivitäten in der gesamten EU die Bedeutung des Schienenverkehrs hervorheben: Europas innovative Eisenbahnindustrie, die Rolle der Eisenbahn für die europäische Kultur und das Kulturerbe, die Anbindung von Regionen, Menschen und Unternehmen, den Anteil am nachhaltigen Tourismus wie auch ihre Rolle in den Beziehungen der EU zu ihren Nachbarländern. Dabei gilt es unter anderem, dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel insbesondere stärker in das Bewusstsein der jüngeren Generation zu heben.

Die UIC (Union Internationale des Chemins de fer) als Teil der EU-Initiative, plant eine Reihe von Veranstaltungen, die eine Vielzahl von Aktivitäten des Sektors umfassen: von einer internationalen „Green Transport Week“ (Woche des grünen Verkehrs), die zeitgleich mit dem UN-Weltumwelttag im Juni und der Grünen Woche der EU stattfindet, über einen „Tag der Barrierefreiheit“ bis hin zu einem internationalen Symposium, das darauf abzielt, zu zeigen, wie belastbar und innovativ das Verkehrssystem Schiene ist, und das auf das "New Normal" vorbereitet – die neuen (multi-)mobilen Herausforderungen der Zukunft. (Weitere Informationen hier)

Durch ein "Memorandum of Understanding" mit der UIC und der Teilnahme an der UIC TopRail-Arbeit zur Förderung des Bahntourismus arbeitet FEDECRAIL mit den nationalen Bahnen an der Entwicklung und Förderung des „Europäischen Jahres der Schiene“ mit. Als einen guten Start der Veranstaltung bezeichnete EU-Kommissarin für Kultur und Bildung Mariya Gabriel vor Kurzem die Präsentation der „7 Most Endangered 2021“ von Europa Nostra. Zuvor hatte sie bereits ausdrücklich betont, dass die Eisenbahn einen wesentlichen Teil der europäischen Kultur und der europäischen Identität ausmache und ein Schlüsselelement im europäischen Green Deal sein werde.

09

04

21

Meilenstein für die Achenseebahn in Tirol

Photo, Oktober 2020: Gunter Mackinger

Die Achenseebahn in Tirol/Österreich hat es geschafft: Sie ist 2021 in die Liste der „7 Most Endangered“ von Europa Nostra, dem europäischen Denkmalschutz-Verbund aufgenommen worden, der sich dem kulturellen Erbe verschrieben hat. In dieser Liste werden alljährlich die am stärksten bedrohten Denkmäler, Stätten und Landschaften in Europa benannt, um öffentliche und private Partner auf allen Ebenen zu mobilisieren, damit eine tragfähige Zukunft für die Kleinode des Kulturerbes gefunden wird.

Für die vor einem Jahr in Konkurs geratene Achenseebahn, nachdem vereinbarte Instandhaltungsgelder von Politikern des Landes Tirol zurückgehalten wurden, könnte es ein Meilenstein bei ihrer Rettung sein. In ihrer Einzigartigkeit mit originalen Lokomotiven und Fahrzeugen sowie einer Infrastruktur aus der Eröffnungszeit von 1889, sollte sie als ein wichtiger Teil des österreichischen Kulturerbes Erbes erhalten bleiben und ihre volle Rolle bei der Entwicklung des nachhaltigen Tourismus und des europäischen Green Deals spielen, sobald die Pandemie überwunden sein wird.

Sowohl die EU-Kommissarin für Kultur und Bildung Mariya Gabriel als auch Europa-Nostra-Generalsekretärin Sneska Quaedvlieg-Mihailovic betonen, dass die Rettung der Achenseebahn in diesem Europäischen Jahr der Eisenbahn 2021 besonders geboten wäre.

18

03

21

Webinare statt Jugendaustausch 2021 ab April

Jugendaustausch 2017 in Italien

Corona und seine Folgen verhindert auch in diesem Jahr, dass ein FFEDECRAIL- Jugendaustausch stattfinden kann. Die gesundheitliche Situation in Europa ist so ernst, dass es keine Garantien dafür gibt, dass das Camp sicher für junge Menschen organisiert werden kann. Darüber hinaus ist in Zukunft eine Erhöhung der Reisekosten durch Reduzierung von Billigflügen zu erwarten, die von den jungen Teilnehmern eines Jugendaustausches nicht zu verkraften sind. FEDECRAIL wird deshalb in Kürze alternative Treffen im Internet anbieten. Sie sollen dazu dienen, die Beziehungen zu den Jugendlichen aus den vergangenen Jahren wieder herzustellen und neue interessierte Jugendliche einzubinden.

Damit soll ein solides europäisches Netzwerk von jungen Menschen geschaffen werden, die sich für den Bereich der historischen Eisenbahnen und Eisenbahnmuseen begeistern. Von einer größeren Beteiligung der jungen Generation dürfte auch die Zusammenarbeit aller Verbandsmitglieder untereinander profitieren. Durch das Zusammenwirken mit anderen Ehrenamtlichen fühlen sich die jungen Leute mehr einbezogen, besonders in dieser Zeit eingeschränkter physischer Kontakte.

Zunächst sind drei Treffen in Form von Webinaren geplant, Beginn etwa Mitte April mit einer Vorstellungsrunde und Erfahrungsaustausch aus der Covid-Periode. Die Youth Exchange Group prüft zurzeit auch den Austausch in anderen von Jugendlichen genutzten Social Media Netzwerken. Je stärker die Kontakte im Internetaufgebaut sind, umso eher werden sich die jungen Leute auch physisch treffen wollen, wenn es wieder möglich sein wird.

03

03

21

Neue Kooperation im europäischen Mobile Heritage Sektor

FEDECRAIL unterstützt eine einzigartige neue Kooperation des europäischen Mobile Heritage Sektors. Die weltweite Pandemie COVID-19 lässt vermuten, dass die Aufmerksamkeit für die Umweltthemen der globalen Erwärmung weiter nach hinten geschoben wurde. Aber wenn dieser Aspekt unseres Verhaltens aus einer längerfristigen Perspektive betrachtet wird, benötigt die Ausführung des Pariser Plans – Ziel ein fairer Platz im EU „Green Deal“ – ein Maximum an Aufmerksamkeit.

Im vergangenen Jahr hat die niederländische Nationale Agentur für Kulturerbe in enger Zusammenarbeit mit der niederländischen Stiftung „Mobile Historische Sammlung“ verschiedene Aktivitäten im Bereich der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des mobilen Kulturerbes unternommen.

Die Vorsitzenden der europäischen Dachorganisationen für historisches mobiles Erbe, d.h.: der Straßen-, Schienen- und Luftfahrtsektor, haben sich darauf geeinigt, diese Zusammenarbeit zu intensivieren, wobei auch der Wassersektor und der Sektor des Industrieerbes eingeladen werden sollen, sich anzuschließen.

FEDECRAIL wird diese Zusammenarbeit weiter intensivieren, um eine Plattform zu schaffen, die zentrale Ziele formuliert, die in zukünftigen politischen Klima-Debatten zu klaren Diskussionen und Entscheidungsfindungen im Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission beitragen sollen und helfen werden, eine gesicherte Zukunft für unsere Formen des Kulturerbes zu erreichen. Der Vorstand von FEDECRAIL bereitet sich darauf vor, in den kommenden Wochen Web-Meetings mit den Vorständen der einzelnen nationalen Eisenbahn-Dachverbände, die Mitglied bei FEDECRAIL sind, zu organisieren, um deren Ideen zu diesem wichtigen Thema zu hören.

18

12

20

HRA verlässt FEDECRAIL zum Jahresende

Mit dem Ende der britischen Übergangszeit am 31. Dezember 2020 und nach der Entscheidung des britischen Referendums im Jahr 2016, die EU zu verlassen, hat die Heritage Railway Association of the UK and Ireland (HRA) beschlossen, zum 1. Januar 2021 aus FEDECRAIL auszutreten. Als Gründungsmitglied von Fedecrail im Jahr 1995 wurde die Nachricht über den bevorstehenden Austritt mit Bedauern aufgenommen. Der Präsident, Jaap Nieweg, kommentiert:

„In den letzten Monaten gab es eine beispiellose Unsicherheit und Härte für uns alle, wenn es um Covid-19 geht, und ich kann verstehen, dass das Vereinigte Königreich zusammen mit dem Brexit vor vielen Herausforderungen steht, während es in eine neue Phase seiner Geschichte übergeht. Natürlich verlässt das Vereinigte Königreich nicht Europa, sondern nur die EU, und ich hoffe aufrichtig, dass es der britischen Regierung gelingt, noch in diesem Jahr ein Handelsabkommen mit der EU zu erzielen. Über viele Jahre hinweg haben sich unsere britischen Vorstandsmitglieder, Officer, Freunde und Unterstützer als unschätzbar wertvoll für die Arbeit von Fedecrail erwiesen, und ich habe keinen Zweifel daran, dass sie dies auch weiterhin tun werden, um sicherzustellen, dass wir alle Mitglieder mit der stärkst möglichen Stimme vertreten, wenn es um unser gemeinsames Ziel geht, das europäische Eisenbahnerbe zu fördern und zu bewahren. In der Zwischenzeit ist es mein Ziel, dass wir Bewerbungen von einzelnen britischen und irischen Eisenbahnen willkommen heißen, und ich freue mich, sagen zu können, dass dies bereits geschieht. Ich hoffe auch, die HRA in ein paar Jahren wieder als Mitglied begrüßen zu können, wenn sich der Staub des Brexits gelegt hat."

16

12

20

Eines der 7 am stärksten gefährdeten Objekte?

Achenseebahn, 10. Dezember 2020. Foto: Gunter Mackinger

Die Achensee-Dampfzahnradbahn ist die einzige öffentliche Eisenbahn der Welt, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 1889 noch die gesamte Ausrüstung einer Bahn des späten 19. Jahrhunderts verwendet: Dampflokomotiven, Personenwagen, ein Maschinenhaus mit Schiebebühne, Werkstatt, Schienen, Dämme und Brücken.

Im Frühjahr 2020 ging die Achenseebahngesellschaft in Konkurs und die von der Tiroler Landesregierung versprochenen Subventionen wurden bis zum Herbst nicht ausbezahlt. Dieses authentische Beispiel des europäischen Industrieerbes ist vom schnellen Verfall bedroht, da es an der nötigen Instandhaltung fehlt, um seine ursprüngliche und kontinuierliche Funktion zu gewährleisten.

ICOMOS Österreich hat mit Unterstützung von Europa Nostra Österreich die Achensee Dampfzahnradbahn für das „7 Most Endangered Programm 2021“ nominiert. FEDECRAIL ist seit 2019 an diesem Projekt beteiligt.

Das Beratungsgremium des Programms kommentierte: „Wir hoffen, dass mögliche Neuverhandlungen der Finanzierungsprobleme Früchte tragen könnten. Die öffentliche Unterstützung für die Rettung der Bahn wächst, nicht nur durch die Aktivitäten des Fördervereins Achensee, sondern auch durch die begeisterten Freiwilligen, die die Strecke im Alleingang betreiben."

06

12

20

Tramway Group verstärkt Kommunikation

2020 beschäftigte sich die Straßenbahngruppe mit mehreren Themen, z.B. mit den Auswirkungen von Covid-19 auf historische Straßenbahnen und mit der Normungsarbeit, die im Auftrag der EU durchgeführt wird. Im Laufe des Jahres wurde der britischen Straßenbahn ein Besuch abgestattet. Ein sehr interessanter Besuch, der einen Einblick darin vermittelte, wie der Verband innerhalb der HRA (Heritage Railway Association) für historische Straßenbahnen arbeitet.

In den kommenden Jahren hat die Straßenbahngruppe einen Geschäftsplan mit verstärkter Kommunikation und Webinaren für und mit den Mitgliedern erarbeitet. Die Gruppe sieht die unterschiedlichen Bedürfnisse und dass es bei der Arbeit innerhalb der Straßenbahngruppe immer mehr darum geht, die Mitglieder aktiv zu besuchen und sich online zu treffen.

Die Straßenbahngruppe plant einen Besuch des jährlich stattfindenden deutschen Straßenbahntreffens AHN (Arbeitsgemeinschaft Historischer Straßenbahnverkehr). Der Versuch, eine „Reise zum Anfassen“ zu organisieren, hängt jedoch ausschließlich von der Pandemie-Entwicklung ab. Die Tramway Gruppe hofft auf ein spannendes Jahr 2021 mit vielen internationalen Austauschen und hofft, viel voneinander zu lernen.

02

12

20

FEDECRAIL-Jugendaustausch erst im Jahr 2022

Die Entwicklung der Corona-Pandemie ist auch weiterhin nicht absehbar. Aus diesem Grund hat sich FEDECRAIL entschlossen, den bereits in diesem Jahr verschobenen Jugendaustausch erneut zu verlegen. Der im Südwesten Englands bei der West Somerset Railway und Seaton Tramway geplante Jugendaustausch, zu der jugendliche Museumseisenbahner zwischen 16 und 25 Jahren eingeladen sind, findet erst 2022 statt.

21

11

20

Historischer Tram-Betrieb während der Pandemie

Göteburg. Foto: Ingrid Schütte

Die FEDECRAIL Tramway Group hat die meisten ihrer Mitglieder in Europa nach den Auswirkungen der Pandemie auf ihren historischen Straßenbahnbetrieb befragt. Demzufolge sind die allgemeinen Ratschläge und Beschränkungen von Land zu Land unterschiedlich, ebenso das Offenhalten oder Schließen der Grenzen oder andere Maßnahmen. Angesichts der unterschiedlichen Vorgehensweise und unterschiedlichen Betriebes der Straßenbahnen, ist es schwierig, ein vollständiges Gesamtbild zu erstellen.

Viele Organisationen durften gar nicht oder hatten nur sehr eingeschränkt fahren und hatten bei geringen Tourismuszahlen nur wenige Fahrgäste. Ein weiteres Problem für die Bahnen stellte das hohe Durchschnittsalter der ehrenamtlichen Aktiven sowohl im Fahrbetrieb als in den Werkstätten dar. Es gibt allerdings auch Beispiele von Museen, die sich vermehrt auf die Arbeit in den Werkstätten konzentrieren konnten.

So durfte in Stockholm beispielsweise nur ohne Fahrgäste gefahren werden. In Göteborg und Norrköping war der historische Verkehr zwar erlaubt, der Mangel an Touristen hat das Geschäft aber ins Minus gedrückt. Gleiches gilt für Rotterdam und Brüssel. In Brüssel wurde zwar in der Werkstatt gearbeitet, aber das Museum war geschlossen. Auch in Norwegen und Finnland gab es nur geringe Aktivitäten, in Deutschland nahezu keine.

Dagegen verzeichneten die Museen Skjöldnäsholm, Dänemark, und Malmköping, Schweden, vermehrt Besucher aus der Umgebung, ebenso wie Museen außerhalb der Städte in den Niederlanden. Weniger positiv sah es bei den Britischen Museen aus: Sie hatten kaum geöffnet und mussten größere Veranstaltungen absagen.

10

11

20

John Poyntz verstarb im Alter von 82 Jahren

John Poyntz - ehemals leitender Inspektor bei der britischen Eisenbahninspektion, zuständig für die Sicherheitsbestimmungen auf denkmalgeschützten Eisenbahnen - verstarb am 2. November 2020 im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit. Während seiner Amtszeit und auch noch im Ruhestand gab er immer wieder wertvolle Ratschläge zu Sicherheitsfragen. Er war ein „Freund von FEDECRAIL“ und nahm viele Jahre lang regelmäßig an unseren Konferenzen teil. Seine militärische Eisenbahnkarriere umfasste den Dienst in Großbritannien und in Deutschland, einschließlich der Berliner Militärzüge durch den Korridor. Er war sowohl ein echter Railenthousiast als auch ein Eisenbahnprofi. Alle, die ihn kannten, werden sich fragen, was jetzt mit den kleinen Büchlein geschehen wird, in denen er stets Wichtiges notierte... Wir alle werden seinen scharfen Verstand und seinen ansteckenden Humor vermissen.

27

10

20

Ziel: ein fairer Platz im Green Deal

Vier Entscheidungen für die Zukunft im Rahmen des European Green Deal

Unter dem Motto „Damit die Räder weiterlaufen – Das industrielle Erbe für den Generationenwechsel fit machen“ fand im Oktober 2020 die 16. Jahreskonferenz der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) in Oberhausen/Deutschland statt. Als Hauptredner der Veranstaltung hat FEDECRAIL-Präsident Jaap Nieweg das Tagungsthema aus der Sicht der europäischen Museums- und Touristikbahnen beleuchtet, die gegenwärtig wie der gesamte Kultursektor die Auswirkungen des Pariser Abkommens, des Brexits und der COVID-19-Pandemie zu bewältigen haben ebenso wie den Übergang auf die jüngere Generation. Ein zentrales Ziel für das industrielle und mobile Erbe müsse es sein – so Nieweg -, einen fairen Platz im Green Deal zu erlangen, der die europäische Antwort auf das Pariser Umweltabkommen ist.

Einen Weg dorthin zeichnete er u.a. im Umgang mit der Problematik Kohle auf, indem wesentliche Entscheidungen zur Bewahrung des konzeptionellen authentischen Zustands fallen, zur Trennung zwischen Objekten mit starker und geringer oder keiner Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, zur Reduzierung von CO2 wo möglich und zur Anerkennung von Kohle als realem Wert konzeptioneller Authentizität. Ein ausgewähltes Kohlebergwerk müsste als Museum in Funktion erhalten bleiben, um sowohl zur Dokumentation für Besucher als auch zur Versorgung des mobilen Erbes zu dienen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Jahreskonferenz sowohl im Industriemuseum des Landschaftsverbandes Rheinland, der Zinkfabrik Altenberg, als auch online abgehalten. ERIH (European Route of Industrial Heritage) ist ein Netzwerk der wichtigsten Standorte des industriellen Erbes Europas.

12

09

20

2021 – das Europäische Jahr der Schiene

Die Europäische Kommission hat im März vorgeschlagen, 2021 zum Europäischen Jahr der Schiene zu erklären. Mit Veranstaltungen, Kampagnen und Initiativen soll Werbung für die Schiene als ein nachhaltiger, innovativer und sicherer Verkehrsträger gemacht werden. Dieses Europäische Jahr soll helfen, die Ziele des europäischen Grünen Deals im Verkehrssektor zu erreichen. Ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU werden derzeit durch den Verkehr verursacht. Diese sollen bis 2050 um 90 Prozent reduziert werden. Die Europäische Kommission betont, dass die Bahn als einer der nachhaltigsten und sichersten Verkehrsträger eine wichtige Rolle im europäischen Mobilitätssystem der Zukunft spielen wird.

Die Eisenbahn verbinde EU-weit Menschen, Regionen und Unternehmen und sei darüber hinaus ein Beleg für das technische Know-how in Europa und Teil des kulturellen Erbes.2021 wurde gewählt, weil es das erste volle Jahr sein soll, in dem die im Rahmen des vierten Eisenbahnpakets beschlossenen Vorschriften in der gesamten EU umgesetzt werden. Auch stehen 2021 für die Eisenbahn eine Reihe wichtiger Jubiläen an: 20. Jahrestag der ersten EU-Richtlinie über einen Verkehrsbinnenmarkt, 100. Jahrestag der Gründung des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC), 175-jähriges Bestehen der ersten Eisenbahnverbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten (Paris-Brüssel) sowie 40 Jahre TGV, 30 Jahre ICE und nicht zuletzt 25 Jahre Eurostar und Kanaltunnel.

Das EU-Parlament hat dem Vorschlag Mitte Oktober 2020 zugestimmt.

15

08

20

EU-Fragebogen zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise

Die Pandemie setzt das Tourismussektor in der EU unter beispiellosen Druck. Infolge von Reise- und anderen Beschränkungen kam der Tourismus im ersten Quartal 2020 in Europa und weltweit allmählich zum Erliegen. Die OECD schätzt diesen Rückgang auf 45 bis 70 Prozent, je nach Dauer der Gesundheitskrise und dem Tempo der Erholung.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) erarbeitet derzeit eine Stellungnahme zu der Mitteilung der Kommission. Aus diesem Grund haben der Berichterstatter der Stellungnahme, Panagiotis Gkofas, und die Studiengruppe "Tourismus und Verkehr im Jahr 2020 und darüber hinaus" einen Fragebogen ausgearbeitet, der an Organisationen des Tourismussektors in der EU weitergegeben werden soll. Der EWSA wird seine Ergebnisse in seine Stellungnahme einfließen lassen, die im September 2020 verabschiedet und der Europäischen Kommission und anderen EU-Institutionen vorgelegt werden soll.

Fragebogen bis zum 30. August 2020 ausfüllen.

18

06

20

Fragebogen zu gefährdetem Eisenbahnerbe

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, das Jahr 2021 zum Europäischen Jahr der Eisenbahn zu erklären, weil es mehrere wichtige Jahrestage für die Eisenbahn markiert: den 20. Jahrestag des ersten EU-Eisenbahnpakets, den 175. Jahrestag der ersten Eisenbahnverbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten (Paris-Brüssel) sowie 40 Jahre TGV und 30 Jahre ICE. (http://industrialheritage.eu/2021/European-Year-Rail)

Da Eisen- und Straßenbahnen, sowohl Gebäude, Infrastruktur als auch rollendes Material ein wichtiges industrielles Erbe sind, hat EFAITH (European Federation of Associations of Industrial and Technical Heritage), eine Umfrage zu „gefährdetem Eisenbahnerbe“ gestartet, das verfällt und verloren zu gehen droht. Es soll eine Datenbank erstellt werden. Auch COVID-19 könnte ehrenamtliche historische Eisenbahnen bedrohen, da die notwendigen Einnahmen seit mehr als drei Monaten fehlen und auch die nächsten Monate ungewiss sind. EFAITH versteht sich als eine Plattform zur Förderung von Kontakten und Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und gemeinnützigen Ehrenamtlichen-Verbänden in Europa. Der Fragebogen steht in sechs Sprachen zur Verfügung.

05

06

20

Drehscheibe in Belgien zu verkaufen

Einst waren sie ein unverzichtbarer Bestandteil von Eisenbahn-Betriebswerken, heute sind sie überflüssig und nur noch äußerst selten zu finden: Drehscheiben zum Wenden von Schienenfahrzeugen. Die belgische Staatsbahn NMBS verkauft jetzt eine der letzten 24-Meter-Drehscheiben. Sie ist funktionsfähig und befindet sich auf dem alten Gelände der Werkstatt von Kinkempois/Lüttich in Belgien. Die Drehscheibe muss demontiert und per Lastwagen abtransportiert werden. Ein Angebot ist bis zum 23. Juni 2020 abzugeben. Kontakt: gregory.bourse@belgiantrain.be

23

05

20

David Madden starb Anfang dieses Jahres

FEDECRAIL-Mitglieder, die David Madden kannten, wird es schmerzen zu erfahren, dass er Ende Januar dieses Jahres gestorben ist. Ich traf David zum ersten Mal Ende 1967, als wir uns beide für die Erneuerung einer Eisenbahn in Norfolk einsetzten und gute Freunde wurden. Ich wurde Vorsitzender der North Norfolk Railway und er war ihr General Manager. Er war mit dem Betrieb von Dampfeisenbahnen bestens vertraut und brachte viel Erfahrung mit. Obwohl seine erste Liebe der North Norfolk Railway galt, wusste er, wie wichtig es ist, dass der historische Eisenbahnsektor gemeinsam handelt, und von welcher Bedeutung es ist, Kenntnisse zu teilen. Er war auch Direktor der Heritage Railway Association (HRA).

Später war er als Chief Executive von WATTRAIN (der World Alliance of Tourist Trams & Trains) tätig und nahm an deren Konferenzen in Argentinien, Australien, Großbritannien und Japan teil. Er war von Natur aus ein Gentleman und hat mich nie im Stich gelassen. Gegen Ende seines Lebens litt er an verschiedenen Graden von Demenz. Kurz vor Weihnachten besuchte ich ihn in dem Pflegeheim, in dem er sich aufhielt, nachdem ich von seiner Frau Pat gewarnt worden war, dass er mich vielleicht nicht erkennen würde. Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen: „Hallo, David. Wie geht es Heather?“ Es war wie in alten Zeiten, auch wenn er meinte, wir seien in Sheringham, etwa 40 Meilen entfernt. Ich, und ich vermute, viele andere werden ihn vermissen.

(David Morgan, Präsident emeritus)

14

05

20

Achenseebahn in Österreich kann aufatmen

Lok-Nr. 3 und ihr Wagen hatten gerade die letzten Sicherheitsüberprüfungen in Burgeck erfolgreich abgeschlossen. Foto am 5. Mai 2020: Gunter Mackinger

Die vom „Aus“ bedrohte Achenseebahn in Tirol kann etwas aufatmen: Ein vom österreichischen Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport/Abteilung Denkmalschutz in Auftrag gegebenes Kurzgutachten bestätigt den historischen Wert als typisches Beispiel einer touristischen Bergbahn mit weitgehend intakter technischer Gesamtanlage und Rollmaterial. Sowohl im regionalen wie nationalen Kontext sei sie eine Bahn von eisenbahnhistorischer Einzigartigkeit und Bedeutung und somit als ein herausragender Bestandteil der Eisenbahngeschichte Österreichs zu betrachten. Es wird empfohlen, sie im Ganzen als Denkmal zu schützen.

Darüber hinaus verfüge sie im internationalen Vergleich über eine äußerst seltene Authentizität und Originalität hinsichtlich eines durchgehenden Zahnrad- und Adhäsionsbetriebes mit weitestgehend originaler Infrastruktur und Rollmaterial. Das eröffne auch die Möglichkeit, dass die Bahn nicht nur als ein nationales Denkmal geschützt werde, sondern auch zu einem Teil eines länderübergreifenden UNESCO-Weltes «Europäische Zahnradbahnen» gemeinsam mit weiteren außergewöhnlichen Bergbahnen der Alpen in Anlehnung an die Welterbstätte „Bergbahnen in Indien“ werden könnte.

Es gibt noch viel zu tun, damit die Züge in diesem Jahr fahren können, aber es gibt Licht am Ende des Tunnels für das Team der Achenseebahn.

Dieses Gutachten ist ein wichtiger Schritt, um die Achenseebahn in ihrer Substanz zu retten.

13

05

20

UNECTO richtet Fonds für gefährdete Bahnen ein

Wie alle Bereiche des Lebens haben auch die Museums- und Touristikbahnen unter den Folgen von COVID-19 stark zu leiden und befinden sich in einer schwierigen finanziellen Situation. UNECTO, der französische Dachverband „Union des Exploitants de Chemins de Fer Touristiques et de Musées“, hat die Initiative ergriffen und einen Solidaritätsfonds eingerichtet, um insbesondere jene stark betroffenen Bahnen zu unterstützen, die keine staatlichen Hilfen erhalten können und mit unaufschiebbaren Belastungen konfrontiert werden. Dieser Fonds wird durch ein Bankdarlehen finanziert, das UNECTO bei guter Kassenlage aufnimmt. Darüber hinaus gibt der Verband seinen Mitgliedern Informationen über Maßnahmen an die Hand, die bei der Aufnahme des Betriebes in der gegenwärtigen Situation zu beachten sind. Sie reichen von Desinfektionsmaßnahmen bis hin zu Gesundheitsmaßnahmen bei den angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern.


Angezeigt werden die Nachrichten der letzten Monate


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aktualisiert am 01.03.2020