Aktuelles von FEDECRAIL

21

11

20

Historischer Tram-Betrieb während der Pandemie

Göteburg. Foto: Ingrid Schütte

Die FEDECRAIL Tramway Group hat die meisten ihrer Mitglieder in Europa nach den Auswirkungen der Pandemie auf ihren historischen Straßenbahnbetrieb befragt. Demzufolge sind die allgemeinen Ratschläge und Beschränkungen von Land zu Land unterschiedlich, ebenso das Offenhalten oder Schließen der Grenzen oder andere Maßnahmen. Angesichts der unterschiedlichen Vorgehensweise und unterschiedlichen Betriebes der Straßenbahnen, ist es schwierig, ein vollständiges Gesamtbild zu erstellen.

Viele Organisationen durften gar nicht oder hatten nur sehr eingeschränkt fahren und hatten bei geringen Tourismuszahlen nur wenige Fahrgäste. Ein weiteres Problem für die Bahnen stellte das hohe Durchschnittsalter der ehrenamtlichen Aktiven sowohl im Fahrbetrieb als in den Werkstätten dar. Es gibt allerdings auch Beispiele von Museen, die sich vermehrt auf die Arbeit in den Werkstätten konzentrieren konnten.

So durfte in Stockholm beispielsweise nur ohne Fahrgäste gefahren werden. In Göteborg und Norrköping war der historische Verkehr zwar erlaubt, der Mangel an Touristen hat das Geschäft aber ins Minus gedrückt. Gleiches gilt für Rotterdam und Brüssel. In Brüssel wurde zwar in der Werkstatt gearbeitet, aber das Museum war geschlossen. Auch in Norwegen und Finnland gab es nur geringe Aktivitäten, in Deutschland nahezu keine.

Dagegen verzeichneten die Museen Skjöldnäsholm, Dänemark, und Malmköping, Schweden, vermehrt Besucher aus der Umgebung, ebenso wie Museen außerhalb der Städte in den Niederlanden. Weniger positiv sah es bei den Britischen Museen aus: Sie hatten kaum geöffnet und mussten größere Veranstaltungen absagen.

10

11

20

John Poyntz verstarb im Alter von 82 Jahren

John Poyntz - ehemals leitender Inspektor bei der britischen Eisenbahninspektion, zuständig für die Sicherheitsbestimmungen auf denkmalgeschützten Eisenbahnen - verstarb am 2. November 2020 im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit. Während seiner Amtszeit und auch noch im Ruhestand gab er immer wieder wertvolle Ratschläge zu Sicherheitsfragen. Er war ein „Freund von FEDECRAIL“ und nahm viele Jahre lang regelmäßig an unseren Konferenzen teil. Seine militärische Eisenbahnkarriere umfasste den Dienst in Großbritannien und in Deutschland, einschließlich der Berliner Militärzüge durch den Korridor. Er war sowohl ein echter Railenthousiast als auch ein Eisenbahnprofi. Alle, die ihn kannten, werden sich fragen, was jetzt mit den kleinen Büchlein geschehen wird, in denen er stets Wichtiges notierte... Wir alle werden seinen scharfen Verstand und seinen ansteckenden Humor vermissen.

27

10

20

Ziel: ein fairer Platz im Green Deal

Vier Entscheidungen für die Zukunft im Rahmen des European Green Deal

Unter dem Motto „Damit die Räder weiterlaufen – Das industrielle Erbe für den Generationenwechsel fit machen“ fand im Oktober 2020 die 16. Jahreskonferenz der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) in Oberhausen/Deutschland statt. Als Hauptredner der Veranstaltung hat FEDECRAIL-Präsident Jaap Nieweg das Tagungsthema aus der Sicht der europäischen Museums- und Touristikbahnen beleuchtet, die gegenwärtig wie der gesamte Kultursektor die Auswirkungen des Pariser Abkommens, des Brexits und der COVID-19-Pandemie zu bewältigen haben ebenso wie den Übergang auf die jüngere Generation. Ein zentrales Ziel für das industrielle und mobile Erbe müsse es sein – so Nieweg -, einen fairen Platz im Green Deal zu erlangen, der die europäische Antwort auf das Pariser Umweltabkommen ist.

Einen Weg dorthin zeichnete er u.a. im Umgang mit der Problematik Kohle auf, indem wesentliche Entscheidungen zur Bewahrung des konzeptionellen authentischen Zustands fallen, zur Trennung zwischen Objekten mit starker und geringer oder keiner Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, zur Reduzierung von CO2 wo möglich und zur Anerkennung von Kohle als realem Wert konzeptioneller Authentizität. Ein ausgewähltes Kohlebergwerk müsste als Museum in Funktion erhalten bleiben, um sowohl zur Dokumentation für Besucher als auch zur Versorgung des mobilen Erbes zu dienen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Jahreskonferenz sowohl im Industriemuseum des Landschaftsverbandes Rheinland, der Zinkfabrik Altenberg, als auch online abgehalten. ERIH (European Route of Industrial Heritage) ist ein Netzwerk der wichtigsten Standorte des industriellen Erbes Europas.

12

09

20

2021 – das Europäische Jahr der Schiene

Die Europäische Kommission hat im März vorgeschlagen, 2021 zum Europäischen Jahr der Schiene zu erklären. Mit Veranstaltungen, Kampagnen und Initiativen soll Werbung für die Schiene als ein nachhaltiger, innovativer und sicherer Verkehrsträger gemacht werden. Dieses Europäische Jahr soll helfen, die Ziele des europäischen Grünen Deals im Verkehrssektor zu erreichen. Ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU werden derzeit durch den Verkehr verursacht. Diese sollen bis 2050 um 90 Prozent reduziert werden. Die Europäische Kommission betont, dass die Bahn als einer der nachhaltigsten und sichersten Verkehrsträger eine wichtige Rolle im europäischen Mobilitätssystem der Zukunft spielen wird.

Die Eisenbahn verbinde EU-weit Menschen, Regionen und Unternehmen und sei darüber hinaus ein Beleg für das technische Know-how in Europa und Teil des kulturellen Erbes.2021 wurde gewählt, weil es das erste volle Jahr sein soll, in dem die im Rahmen des vierten Eisenbahnpakets beschlossenen Vorschriften in der gesamten EU umgesetzt werden. Auch stehen 2021 für die Eisenbahn eine Reihe wichtiger Jubiläen an: 20. Jahrestag der ersten EU-Richtlinie über einen Verkehrsbinnenmarkt, 100. Jahrestag der Gründung des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC), 175-jähriges Bestehen der ersten Eisenbahnverbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten (Paris-Brüssel) sowie 40 Jahre TGV, 30 Jahre ICE und nicht zuletzt 25 Jahre Eurostar und Kanaltunnel.

Das EU-Parlament hat dem Vorschlag Mitte Oktober 2020 zugestimmt.

15

08

20

EU-Fragebogen zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise

Die Pandemie setzt das Tourismussektor in der EU unter beispiellosen Druck. Infolge von Reise- und anderen Beschränkungen kam der Tourismus im ersten Quartal 2020 in Europa und weltweit allmählich zum Erliegen. Die OECD schätzt diesen Rückgang auf 45 bis 70 Prozent, je nach Dauer der Gesundheitskrise und dem Tempo der Erholung.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) erarbeitet derzeit eine Stellungnahme zu der Mitteilung der Kommission. Aus diesem Grund haben der Berichterstatter der Stellungnahme, Panagiotis Gkofas, und die Studiengruppe "Tourismus und Verkehr im Jahr 2020 und darüber hinaus" einen Fragebogen ausgearbeitet, der an Organisationen des Tourismussektors in der EU weitergegeben werden soll. Der EWSA wird seine Ergebnisse in seine Stellungnahme einfließen lassen, die im September 2020 verabschiedet und der Europäischen Kommission und anderen EU-Institutionen vorgelegt werden soll.

Fragebogen bis zum 30. August 2020 ausfüllen.

18

06

20

Fragebogen zu gefährdetem Eisenbahnerbe

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, das Jahr 2021 zum Europäischen Jahr der Eisenbahn zu erklären, weil es mehrere wichtige Jahrestage für die Eisenbahn markiert: den 20. Jahrestag des ersten EU-Eisenbahnpakets, den 175. Jahrestag der ersten Eisenbahnverbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten (Paris-Brüssel) sowie 40 Jahre TGV und 30 Jahre ICE. (http://industrialheritage.eu/2021/European-Year-Rail)

Da Eisen- und Straßenbahnen, sowohl Gebäude, Infrastruktur als auch rollendes Material ein wichtiges industrielles Erbe sind, hat EFAITH (European Federation of Associations of Industrial and Technical Heritage), eine Umfrage zu „gefährdetem Eisenbahnerbe“ gestartet, das verfällt und verloren zu gehen droht. Es soll eine Datenbank erstellt werden. Auch COVID-19 könnte ehrenamtliche historische Eisenbahnen bedrohen, da die notwendigen Einnahmen seit mehr als drei Monaten fehlen und auch die nächsten Monate ungewiss sind. EFAITH versteht sich als eine Plattform zur Förderung von Kontakten und Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und gemeinnützigen Ehrenamtlichen-Verbänden in Europa. Der Fragebogen steht in sechs Sprachen zur Verfügung.

05

06

20

Drehscheibe in Belgien zu verkaufen

Einst waren sie ein unverzichtbarer Bestandteil von Eisenbahn-Betriebswerken, heute sind sie überflüssig und nur noch äußerst selten zu finden: Drehscheiben zum Wenden von Schienenfahrzeugen. Die belgische Staatsbahn NMBS verkauft jetzt eine der letzten 24-Meter-Drehscheiben. Sie ist funktionsfähig und befindet sich auf dem alten Gelände der Werkstatt von Kinkempois/Lüttich in Belgien. Die Drehscheibe muss demontiert und per Lastwagen abtransportiert werden. Ein Angebot ist bis zum 23. Juni 2020 abzugeben. Kontakt: gregory.bourse@belgiantrain.be

23

05

20

David Madden starb Anfang dieses Jahres

FEDECRAIL-Mitglieder, die David Madden kannten, wird es schmerzen zu erfahren, dass er Ende Januar dieses Jahres gestorben ist. Ich traf David zum ersten Mal Ende 1967, als wir uns beide für die Erneuerung einer Eisenbahn in Norfolk einsetzten und gute Freunde wurden. Ich wurde Vorsitzender der North Norfolk Railway und er war ihr General Manager. Er war mit dem Betrieb von Dampfeisenbahnen bestens vertraut und brachte viel Erfahrung mit. Obwohl seine erste Liebe der North Norfolk Railway galt, wusste er, wie wichtig es ist, dass der historische Eisenbahnsektor gemeinsam handelt, und von welcher Bedeutung es ist, Kenntnisse zu teilen. Er war auch Direktor der Heritage Railway Association (HRA).

Später war er als Chief Executive von WATTRAIN (der World Alliance of Tourist Trams & Trains) tätig und nahm an deren Konferenzen in Argentinien, Australien, Großbritannien und Japan teil. Er war von Natur aus ein Gentleman und hat mich nie im Stich gelassen. Gegen Ende seines Lebens litt er an verschiedenen Graden von Demenz. Kurz vor Weihnachten besuchte ich ihn in dem Pflegeheim, in dem er sich aufhielt, nachdem ich von seiner Frau Pat gewarnt worden war, dass er mich vielleicht nicht erkennen würde. Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen: „Hallo, David. Wie geht es Heather?“ Es war wie in alten Zeiten, auch wenn er meinte, wir seien in Sheringham, etwa 40 Meilen entfernt. Ich, und ich vermute, viele andere werden ihn vermissen.

(David Morgan, Präsident emeritus)

14

05

20

Achenseebahn in Österreich kann aufatmen

Lok-Nr. 3 und ihr Wagen hatten gerade die letzten Sicherheitsüberprüfungen in Burgeck erfolgreich abgeschlossen. Foto am 5. Mai 2020: Gunter Mackinger

Die vom „Aus“ bedrohte Achenseebahn in Tirol kann etwas aufatmen: Ein vom österreichischen Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport/Abteilung Denkmalschutz in Auftrag gegebenes Kurzgutachten bestätigt den historischen Wert als typisches Beispiel einer touristischen Bergbahn mit weitgehend intakter technischer Gesamtanlage und Rollmaterial. Sowohl im regionalen wie nationalen Kontext sei sie eine Bahn von eisenbahnhistorischer Einzigartigkeit und Bedeutung und somit als ein herausragender Bestandteil der Eisenbahngeschichte Österreichs zu betrachten. Es wird empfohlen, sie im Ganzen als Denkmal zu schützen.

Darüber hinaus verfüge sie im internationalen Vergleich über eine äußerst seltene Authentizität und Originalität hinsichtlich eines durchgehenden Zahnrad- und Adhäsionsbetriebes mit weitestgehend originaler Infrastruktur und Rollmaterial. Das eröffne auch die Möglichkeit, dass die Bahn nicht nur als ein nationales Denkmal geschützt werde, sondern auch zu einem Teil eines länderübergreifenden UNESCO-Weltes «Europäische Zahnradbahnen» gemeinsam mit weiteren außergewöhnlichen Bergbahnen der Alpen in Anlehnung an die Welterbstätte „Bergbahnen in Indien“ werden könnte.

Es gibt noch viel zu tun, damit die Züge in diesem Jahr fahren können, aber es gibt Licht am Ende des Tunnels für das Team der Achenseebahn.

Dieses Gutachten ist ein wichtiger Schritt, um die Achenseebahn in ihrer Substanz zu retten.

13

05

20

UNECTO richtet Fonds für gefährdete Bahnen ein

Wie alle Bereiche des Lebens haben auch die Museums- und Touristikbahnen unter den Folgen von COVID-19 stark zu leiden und befinden sich in einer schwierigen finanziellen Situation. UNECTO, der französische Dachverband „Union des Exploitants de Chemins de Fer Touristiques et de Musées“, hat die Initiative ergriffen und einen Solidaritätsfonds eingerichtet, um insbesondere jene stark betroffenen Bahnen zu unterstützen, die keine staatlichen Hilfen erhalten können und mit unaufschiebbaren Belastungen konfrontiert werden. Dieser Fonds wird durch ein Bankdarlehen finanziert, das UNECTO bei guter Kassenlage aufnimmt. Darüber hinaus gibt der Verband seinen Mitgliedern Informationen über Maßnahmen an die Hand, die bei der Aufnahme des Betriebes in der gegenwärtigen Situation zu beachten sind. Sie reichen von Desinfektionsmaßnahmen bis hin zu Gesundheitsmaßnahmen bei den angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

26

03

20

Achenseebahn jetzt in Konkurs

Die Achenseebahn (Tirol/Österreich), Dampfzahnradbahn über sechs Kilometer zwischen Jenbach und Seespitz am Achensee, steht zurzeit unter enormem Zeitdruck. Über das Vermögen der Aktiengesellschaft ist am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet worden, nachdem das Land Tirol weitere Zuschüsse für die dringend sanierungsbedürftige Bahn abgelehnt hatte. Wenn nicht innerhalb kurzer Zeit von dritter Seite liquide Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit kurzfristig fällige Verbindlichkeiten bedient werden können, droht eine Schließung des Unternehmens und damit das unwiderrufliche „Aus“ für die historische Bahn. Grundsätzlich scheint die Achenseebahn AG aber angesichts ihrer Aktiva nicht überschuldet zu sein.

Die Achenseebahn ist ein einmaliges kulturhistorisches Kleinod. Der Betrieb wird noch mit den im Original überlieferten, mehr als 130 Jahre alten Lokomotiven und Wagen durchgeführt. Diese Fahrzeuge und die Anlagen aus der Kaiserzeit stellen zusammen mit der seit der Eröffnung durchgehend genutzten Infrastruktur ein eisenbahntechnisches Erbe von europäischem Rang darstellt.

Darüber, ob die Vorbereitungen für die Aufnahme des operativen Betriebes weiter vorangetrieben werden, entscheidet jetzt der Insolvenzverwalter. Eine Fortsetzung des Betriebes mit anschließender Sanierung, die von den Bürgermeistern der Eigentümergemeinden unterstützt wird, würde gleichzeitig den Erhalt der Konzession bedeuten.

Jede Hilfe ist bei der Bahn willkommen so wie die Unterzeichnung einer internationalen Petition zur Rettung der Achenseebahn (siehe unten 12-03-20) oder die Mitgliedschaft im Förderverein "Achenseebahn-Förderverein 1000 Tausender e.V." mit Sitz in Jenbach, Österreich.

18

03

20

Jugendaustausch in England auf 2021 verschoben

Die Corona-Krise zwingt die Gastgeber des FEDECRAIL Youth Exchange 2020 leider die Veranstaltung für dieses Jahr abzusagen und auf 2021 zu verschieben. Der Jugendaustausch sollte ursprünglich im August im Südwesten Englands stattfinden.

16

03

20

Konferenz Bilbao 2020 verschoben

Auf Grund der aktuellen Entwicklung der Corona-Krise müssen die Meetings und das Vortragsprogramm sowie das Begleitprogramm der FEDECRAIL Konferenz 2020 in Bilbao verschoben werden. Das Konferenzteam bemüht sich um die Verschiebung des gesamten Programms Richtung Herbst dieses Jahres oder sogar erst Anfang 2021, soweit die Situation dies zulässt.

12

03

20

Petition für die Achenseebahn in Tirol/Österreich

Die Achenseebahn in Tirol/Österreich steht vor dem Aus. Die Landesregierung hat ihre Unterstützung zur Finanzierung der 130 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Bahn gestrichen. Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler und Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe erklärten nach ihrer letzten Besprechung mit Vertretern der Achenseebahn und Experten, dass beim momentanen Zustand der AG dem Land die Hände gebunden seien und keine weiteren Mittel zur Verfügung gestellt würden. Darauf aber hatte Achenseebahn-Vorstand Martin Uhlig gehofft, um „das Stück Tradition“ in der Region zu erhalten. Die Achenseebahn ist einzigartig, weil sie noch immer mit den 130 Jahre alten originalen Lokomotiven fährt. Ohne rund 400.000 € kann der bevorstehende Saisonstart Ende April nicht erfolgen. Jede anderweitige finanzielle Hilfe ist der Bahn willkommen wie auch die Unterzeichnung einer internationalen Petition zur Rettung der Achenseebahn.

10

02

20

Unterstützung für die Achenseebahn in Tirol

Achenseebahn im Juni 2019. Foto: Gunter Mackinger

Die Achenseebahn im österreichischen Tirol hofft nach der Bedrohung ihrer Existenz durch verschiedene Turbulenzen, Betriebsunterbrechungen und nach einem Wechsel in der Geschäftsführung jetzt auf eine längerfristig gesicherte Zukunft. Konstruktive Gespräche zwischen der Achenseebahn und dem Land Tirol sowie die Auszahlung von bereits zugesagten 300.000 € Landesmittel, unter anderem für die Gehälter des Personals, scheinen den Weg zu ebnen, um die Bahn in ruhigere Gewässer zu führen. Insgesamt hat der Tiroler Landtag im vergangenen Jahr nach einem Beschluss der Landesregierung Finanzmittel in der Höhe von 1,2 Millionen Euro für unaufschiebbare Sanierungsarbeiten und eine Kapitalerhöhung der Gemeinden zur Verfügung gestellt. Der neue Geschäftsführer erarbeitet zurzeit Konzepte für eine gesicherte Zukunft. Die Gespräche mit dem Land dauern an.

Um die Bahn in ihren Bemühungen zu unterstützen, setzt sich sowohl der Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen (ÖMT) als auch FEDECRAIL für den Erhalt des Fahrbetriebes ein. FEDECRAIL-Präsident Jaap Nieweg hat sich in Übereinstimmung mit ÖMT mit einem Schreiben an die Landesregierung von Tirol gewandt. Darin weist Nieweg auf die kulturelle und touristische Bedeutung der Achenseebahn hin, von der auch die Schifffahrt auf dem See profitiere. Es wäre für das Kultur- und Tourismusland Österreich nicht ohne Bedeutung, wenn dieses Kulturgut Achenseebahn, das auch ein wichtiges Tourismusziel in Tirol sei, das Jahr 2020 nicht mehr als Eisenbahn im Betrieb überleben würde.

„Museale und touristische Eisenbahnen sollten nicht nur aus historischer Sicht betrachtet werden, sondern nach Möglichkeit auch im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Verkehrsentwicklung in der Region, in der sie tätig sind.“ Die Achenseebahn sei seit Jahrzehnten eine Touristikbahn für den Sommertourismus. Sie könnte zukünftig aber auch zu einer Attraktion im Winter werden, insbesondere zu schneearmen Zeiten. Neue Konzepte seien vom neuen Vorstand der Bahn entwickelt worden. Auch sollte an eine Unter-Schutz-Stellung durch die UNESCO (Weltkulturerbe) gedacht werden.

Der FEDECRAIL-Präsident appelliert in seinen Schreiben an das Land Tirol, das Möglichste zu unternehmen, um das Fortbestehen der Bahn sicherzustellen. Es müsse die finanzielle Grundlage für eine realistische Zukunft der meterspurigen Zahnradbahn und die notwendige Sanierung der Strecke geschaffen werden.

07

12

19

Einladung zum FEDECRAIL Jugendaustausch 2020

Es wird wieder ein großes Erlebnis für junge Leute: Der FEDECRAIL-Jugendaustausch 2020 findet von Freitag, dem 31. Juli, bis Sonntag, dem 9. August, im Südwesten Englands statt. Gastgeber sind Mitgliedsorganisationen der Heritage Railway Association, die West Somerset Railway und die Seaton Tramway. Die Teilnehmer erwartet ein abwechslungsreiches Programm einschließlich Arbeiten bei beiden Gastgebern. Geplant sind Besuche einer Dampf- und Oldtimer-Rallye sowie anderer Eisenbahn- und historischer Orte. Im Rahmen des Programms besteht die Möglichkeit, an einer Vielzahl von verschiedenen kulturellen und organisierten Veranstaltungen teilzunehmen und sich mit den anderen internationalen Teilnehmern zu vernetzen. Museumseisenbahner und -eisenbahnerinnen zwischen 16 und 25 Jahre, die Interesse an dem Austausch haben, senden so schnell wie möglich, spätestens jedoch bis Ende Dezember 2019, eine E-Mail an youthexchange@fedecrail.org.


Angezeigt werden die Nachrichten der letzten Monate


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aktualisiert am 01.03.2020